Mit einem Schock für die ganze Truppe der Leichtathletinnen des TV Bad Kötzting begannen am Samstag die bayerischen Hallenmeisterschaften in der Werner von Lindehalle im Olympiagelände in München. Nach den Vorläufen über die 60 m Hürden, die für die vier TVlerinnen, die sich für diese Meisterschaften qualifiziert hatten sehr positiv verliefen, hatten sich Valentina Ascherl für den A-Endlauf und Emma Heinze für den B-Endlauf durchgesetzt.
Emma Heinze hat sich in einem glänzenden Lauf um über eine halbe Sekunde auf sehr gute 9,64 Sekunden verbessert. Und diese Zeit wollte sie dann im Endlauf noch einmal bestätigen. Leider lief es hier dabei für die Badstädterin nicht zum Besten. Nach einem guten Start und starken Überquerungen der beiden ersten Hürden blieb sie an der dritten Hürde mit dem Nachziehbein hängen und stürzte schwer. Mit einem Cut am Kinn, Bruch der linken Hand und einer Gehirnerschütterung wurde sie gleich vom Verbandsarzt des BLV gut versorgt und dann vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht. Nach einer längeren Behandlung und Versorgung durfte sie dann aber noch am gleichen Tag das Krankenhaus wieder verlassen.
Für die anderen Athletinnen, die anschließend noch ihre Wettkämpfe vor sich hatten, war es nach diesem Vorfall sehr schwer, sich dafür zu konzentrieren und eine gute Leistung zu erzielen. Gleich nach diesem Lauf von Emma stand das Finale der acht schnellsten Hürdensprinterinnen in der Schülerinnenklasse auf dem Zeitplan. Hierzu hatte sich die noch 13jährige Valentina Ascherl aus dem Team von Trainer Alois Brandl qualifiziert. Und sie lieferte in diesem Endlauf eine Klasseleistung ab. Mit neuer persönlicher Bestzeit von 9,11 Sek belegte sie in einer Tausendstel-Entscheidung den dritten Platz und holte sich damit die Bronzemedaille. Im 60 m Finale ohne die Hürden konnte sie auch ihre bisherige Bestzeit auf sehr gute 8,08 Sek verbessern. Dies war dann Rang fünf im Achter-Feld der schnellsten Sprinterinnen Bayerns. Einen äußerst spannenden Wettkampf gab es im Weitsprungwettbewerb der Schülerinnen zu sehen. In einem großen Feld von 21 Springerinnen wurde erstmal in drei Versuchen um den Einzug für den Endkampf der besten acht gekämpft. Von Seiten der TVlerinnen starteten Rafaela Berzl und Valentina Ascherl in diesem Wettbewerb. Während Ascherl gleich beim ersten Versuch mit 5,27 m das Kapitel Endkampf erledigte, musste Berzl mit zweimal gesprungenen 4,95 m bis zum letzten Sprung des Vorkampfes zittern, ob es reichen würde oder nicht. Und sie kam dann gerade noch in den erlauchten Kreis der Besten acht dazu. Während Ascherl sich bis zum fünften Versuch nicht mehr verbessern konnte, sprangen zwei ihrer Gegnerinnen an ihr vorbei und sie war auf einmal auf dem dritten Rang. Aber da hatten sie nicht mit der Nervenstärke der Bad Kötztingerin gerechnet. Beim fünften Sprung holte sie letztlich alles aus sich heraus und landete erst bei der neuen persönlichen Bestweite und der Einstellung des Vereinsrekordes bei der ausgezeichneten Weite von 5,40 m. Damit wiederholte sie ihren Erfolg von den Meisterschaften im Sommer in Ingolstadt und verteidigte ihren Titel. Die gleiche Weite sprang auch die bisherige alleinige Inhaberin des Vereinsrekordes Laura Weiß im Jahre 2008.
Im sechsten Versuch sprang dann noch eine weitere Springerin bis auf 5,36 m an die TVlerin heran. Rafaela Berzl sprang im letzten Sprung auch noch einmal eine neue Bestweite von 5,09 m in die Sandgrube – und diese Weite bedeutete dann letztlich Rang sechs für sie in diesem spannenden Weitsprungwettbewerb. Die ersten sechs des Teilnehmerfeldes erzielten alle neue Bestweiten.
Die dritte Medaille für eine Athletin aus der Pfingstrittstadt gab es für Laura Schmidt W 14 im 600 m Lauf. In diesem Lauf traten nur fünf Läuferinnen an die Startlinie, denn es gab eine hohe Normerfüllung für einen Start. Und diese geforderte Zeit hatten nur sieben Läuferinnen aus ganz Bayern im Vorfeld erreicht, davon auch die drei schnellsten über die 800 m im Freien. Eine davon war auch das langbeinige Lauftalent des TV. Und sie lief auch bei diesem Wettkampf wieder ein ganz starkes Rennen über die drei Hallenrunden. Zum Schluss fehlten ihr mit der Zeit von 1:44,04 Minuten lediglich 9/100 Sekunden zur Silbermedaille. Aber sie war auch mit der Bronzemedaille zufrieden und freut sich schon auf die Duelle in der Sommersaison.
Für die anderen Athletinnen des TV reichte es leider zu keiner weiteren Medaille mehr. Es gab noch etliche Platzierungen bis Rang acht für sie, die zur Teilnahme an der Siegerehrung berechtigten. Auch erzielten sie wieder zehn neue persönliche Bestleistungen, wo eben auch die Einstellung eines alten Vereinsrekordes darunter ist.
Hier die Leistungen bzw. Platzierungen der weiteren Wettkämpferinnen:
Rafaela Berzl W 14, 60 m Hürden 9,85 Sek PB – 60 m flach 8,46 Sek, beides in den Vorläufen; Laura Schmidt W 14 60 m Hürden 9,98 Sek Vorlauf, Emma Heinze 60 m Hü 9,64 Sek Vorlauf – Hannah Hausladen U 20, 60 m 8,11 Sek Vorlauf, 200 m 26,03 Sek Rang 8, Weitsprung 5,24 m Rang 7, Lea Maria Früchtl U 20, 60 m Hürden 9,61 Sek Rang 8, Hochsprung 1,53 m Rang 7, Anna Schmidt U 18, 60 m 8,43 Sek Vorlauf, 200 m 27,94 Sek Rang 19, 60 m Hürden 9,91 Sek Vorlauf, Weitsprung 4,92 m Rang 13. Die 4×200 m Staffel wurde leider wegen Überlaufen der Wechselzone disqualifiziert.


























































